Was bedeutet Sexismus?
Sexismus bedeutet, dass Menschen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Geschlechtsidentität oder zugeschriebener «typischer» Rollen schlechter behandelt werden. Dahinter steht die Annahme, es gebe ein «richtiges» Verhalten oder bestimmte Fähigkeiten für Mädchen und Jungen. Solche Zuschreibungen sind nicht natürlich, sondern gesellschaftlich gemacht.
Sexismus zeigt sich überall: in Sprache und Witzen, in Schule und Arbeitswelt, in Medien und Werbung, bei der Verteilung von Aufgaben und Verantwortung sowie in der Gesundheitsversorgung. In der Schule etwa, wenn Jungen mehr Zutrauen in «technischen» Fächern erhalten und Mädchen in anderen Bereichen, oder wenn gleiches Verhalten je nach Geschlecht unterschiedlich bewertet wird.
Im Schulalltag
Konkret zeigt sich Sexismus durch geschlechtsbezogene Erwartungen, durch Lehrmaterial mit klischeehaften Rollenbildern, durch die Aufteilung von Spielen, Fächern oder Aufgaben nach Geschlecht oder durch unterschiedliche Reaktionen auf gleiches Verhalten. Auch Kinder, die sich nicht in das Schema «Mädchen / Junge» einordnen lassen, erfahren häufig Ausgrenzung.
Geschlechtersensible Pädagogik
Eine geschlechtersensible, sexismuskritische Pädagogik hinterfragt feste Rollenbilder und eröffnet allen Kindern dieselben Möglichkeiten – unabhängig vom Geschlecht. Sie achtet auf eine faire Verteilung von Aufmerksamkeit, Aufgaben und Räumen und macht unterschiedliche Lebensentwürfe selbstverständlich sichtbar.
Dazu gehören vielfältig gestaltetes Material, Wissensvermittlung durch Expert*innen und eine geschlechtersensible Sprache. Lehrpersonen reflektieren eigene Erwartungen und fördern faire Beurteilungen – ein Anliegen, das intersektionale Pädagogik mit den anderen Begriffen verbindet.
Quellen
- Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG): Materialien zu Gleichstellung und Bildung.
- Budde, J. (2018): Geschlechtersensible Pädagogik. Wiesbaden.
- Faulstich-Wieland, H. (2008): Schule und Geschlecht.