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Illustration eines Blattes als Symbol für Klassismus

Klassismus

Benachteiligung aufgrund der sozialen Herkunft, des Bildungswegs oder der finanziellen Situation.

Was bedeutet Klassismus?

Klassismus beschreibt die Benachteiligung von Menschen aufgrund ihrer sozialen Herkunft, ihres Bildungswegs oder ihrer finanziellen Lage. Kindern werden oft Fähigkeiten zu- oder abgesprochen, weil ihr Auftreten – ihr Habitus – nicht den akademischen Erwartungen der Schule entspricht. Solche Bewertungen sind nicht natürlich, sondern gesellschaftlich gemacht, und sie verstärken bestehende Ungleichheit.

Dahinter steht die Annahme, Intelligenz und Lernerfolg hingen vom Bildungsstand oder vom Einkommen der Eltern ab. Klassismus zeigt sich überall: bei Bildungsabschlüssen und Berufswahl, in abwertenden Kommentaren, in Politik und Medien, in der Gesundheitsversorgung und beim Zugang zu Wohnraum. In der Schule wird er etwa sichtbar, wenn beim Übertritt nicht allein die Leistung zählt, sondern mitgedacht wird, wie viel Unterstützung ein Kind zu Hause wohl bekommt.

Im Schulalltag

Konkret zeigt sich Klassismus durch Kosten für Ausflüge, Material, Kleidung, Mittagessen oder Nachhilfe, durch stereotype Erwartungen an Kinder aus einem vermeintlich «bildungsfernen» Zuhause oder durch fehlende Vielfalt in Schulbüchern. Kinder aus weniger privilegierten Verhältnissen erhalten bei gleichen Noten nachweislich seltener eine Empfehlung für weiterführende Schulen. Auch wie Sprache, Verhalten oder Engagement bewertet werden, kann klassistisch geprägt sein.

Klassismuskritische Pädagogik

Eine klassismuskritische Pädagogik versteht soziale Ungleichheit als strukturelles Problem – nicht als individuelles Versagen. Sie lehnt die Vorstellung ab, Erfolg entstehe allein durch Talent und Anstrengung, und baut Barrieren ab, damit alle Kinder unabhängig von ihrem Zuhause gute Lern- und Teilhabechancen erhalten.

Dazu gehören vielfältig gestaltetes Unterrichtsmaterial, Wissensvermittlung durch Expert*innen und eine klassismuskritische Sprache. Genauso reflektieren Lehrpersonen ihre eigenen Erwartungen und fördern faire Beurteilungen. Das verbindet sich eng mit intersektionaler Pädagogik.

Quellen

  • Kemper, A. & Weinbach, H. (2009): Klassismus. Eine Einführung. Münster: Unrast.
  • El-Mafaalani, A. (2014): Vom Arbeiterkind zum Akademiker. Wiesbaden.
  • Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF): Bildungsbericht Schweiz.
  • Pohlkamp, I. (2023): Klassismus in der pädagogischen Praxis.

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