Vielfalter

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Sexismus


Sexismus bedeutet, dass Menschen aufgrund ihres Geschlechts bestimmte Eigenschaften zugeschrieben bekommen oder schlechter behandelt werden. Meist betrifft das Frauen und Mädchen, aber auch Menschen, die nicht in das klassische Bild von «Frau» oder «Mann» passen. Sexismus stützt ein patriarchales System, in dem nur zwei Geschlechter als «normal» gelten und Männer meist mehr Macht haben als Frauen. Frauen wird dabei eine eher untergeordnete Rolle zugeschrieben. Sexismus zeigt sich überall: in Witzen, abwertenden Kommentaren, in der Schule, in der Arbeitswelt, in Politik und Medien, sowie bei (sexualisierten) Gewalterfahrungen. Typische Beispiele in der Schule sind: Wenn Mädchen als weniger technisch begabt gelten oder Jungen als weniger sozial und fürsorglich.


Sexismus tritt oft zusammen mit anderen Formen von Diskriminierung auf, zum Beispiel mit Klassismus, Rassismus, Queerfeindlichkeit oder Ableismus. Das Zusammenspiel nennt sich Intersektionalität und kann Nachteile für Kinder deutlich verstärken: Ein lesbisches Mädchen kann zum Beispiel gleichzeitig aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und ihres Geschlechts sexistische Erfahrungen machen; ein Mädchen of Color kann zum Beispiel gleichzeitig sexistische Erfahrungen und rassistische machen.


In Schule und Alltag bedeutet das: Mädchen werden zur Disziplinierung von Jungen eingesetzt. Zum Beispiel wird ein Mädchen neben einen Jungen gesetzt, um für Ruhe im Klassenzimmer zu sorgen. Von Jungen wird weniger erwartet, dass sie sich an Regeln halten, ordentlich oder «brav» sind - weil unbewusste Vorstellungen über «typisches» Verhalten wirken. In ihrer extremen Form führt sexistische Diskriminierung zu sozialem Ausschluss, Armut und psychischen Belastungen, erhöhtem Risiko für geschlechtsspezifische Gewalterfahrungen und einer kürzeren Lebenserwartung. 


Eine sexismussensible Pädagogik erkennt sexistische Strukturen im Alltag und begreift Geschlecht als Konstrukt sowie Cis-Zweigeschlechtlichkeit als unsichtbare Norm. Die Dekonstruktion, das Auflösen von Sexismus stellt das wichtigste Ziel dar. Entsprechend wird geschlechtliche, sexuelle, familiäre Vielfalt oder die Vielfalt von Geschlechtsidentitäten etc. im Klassenzimmer mit Selbstverständlichkeit sichtbar gemacht, ohne dies zu betonen oder Kinder auf Merkmale zu reduzieren. Vielfältig gestaltetes Unterrichtsmaterial, Wissensvermittlung durch Expert*innen und geschlechtersensible Sprache gehören ebenfalls dazu. Genauso reflektieren Lehrpersonen ihre eigenen Erwartungen und (Rollen-) Klischees, auch fördern sie faire Beurteilungen. 


Wichtig ist: Sexistische Vorfälle erkennen, ernst nehmen und entsprechend handeln sowie Kinder schützen.




Mehr zu Sexismus und Schule (Quellen):