Vielfalter

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Ableismus


Ableismus bedeutet, dass Menschen aufgrund einer Behinderung oder zugeschriebenen «Beeinträchtigung», – sichtbar sowie unsichtbar – im Bereich Neurodivergenz, Körper oder Geist schlechter behandelt werden. Dahinter steckt die Idee, es gebe einen «normalen» Körper oder eine «richtige» Art zu lernen und zu leben. Ableismus zeigt sich überall: in Witzen, in der Schule, in der Arbeitswelt, der digitalen Welt, in der Gesundheitsversorgung, Freizeitmöglichkeiten sowie in der Gründung einer Familie oder der Sexualität. Typische Beispiele in der Schule sind: Wenn Kinder mit einer Lese-Rechtschreibestörung als weniger intelligent gelten oder ein Kind mit Rollstuhl von sportlichen Aktivitäten ausgeschlossen wird.


Ableismus tritt oft zusammen mit anderen Formen von Diskriminierung auf, zum Beispiel mit Sexismus, Rassismus, Queerfeindlichkeit oder Klassismus. Das Zusammenspiel nennt sich Intersektionalität und kann Nachteile für Kinder deutlich verstärken: Ein sehbehindertes Kind mit einer Rechenstörung kann zum Beispiel gleichzeitig aufgrund seiner Sehbehinderung und seiner Rechenstörung ableistische Erfahrungen machen; ein Mädchen of Color mit ADHS kann zum Beispiel gleichzeitig sexistische, rassistische und ableistische Erfahrungen machen.


In Schule und Alltag bedeutet das: Manche Kinder erhalten keinen Zugang zu Unterricht, Sprache oder Räumen, dafür werden sie öfter kritisiert oder erhalten weniger Förderung. Viele Materialien zeigen kaum Menschen mit Behinderungen – Vielfalt von Fähigkeiten bleibt unsichtbar. Das kann betroffenen Kindern das Gefühl geben, nicht dazuzugehören. In ihrer extremen Form führt ableistische Diskriminierung zu sozialem Ausschluss, Armut, sowie psychischem Stress, erhöhtem Risiko für Gewalterfahrungen und einer kürzeren Lebenserwartung.


Eine ableismussensible Pädagogik ist ein Ansatz, der Barrieren und Diskriminierung gegenüber Menschen mit Behinderungen bewusst macht und abbaut. Sie hinterfragt die Vorstellung eines «normalen» Kindes und erkennt an, dass Kinder unterschiedlich lernen, kommunizieren und dass Kinder sich unterschiedlich bewegen. Sie hört Kinder mit Behinderungen an und bezieht sie aktive in Entscheidungen ein. Entsprechend wird Unterricht flexibel gestaltet: Mehrere Zugänge ermöglichen – visuell, auditiv, praktisch, langsam, mit Pausen, individualisiert. Vielfältig gestaltetes Unterrichtsmaterial, Wissensvermittlung durch Expert*innen und ableismussensibler Sprache gehören ebenfalls dazu. Genauso reflektieren Lehrpersonen ihre eigenen Erwartungen in Bezug auf «Normalität» und fördern faire Beurteilungen. 


Wichtig ist: Ableistische Vorfälle erkennen, ernst nehmen und entsprechend handeln sowie Kinder schützen.




Mehr zu Ableismus und Schule (Quellen):